MERIAN Sri Lanka

Merian Sri Lanka: Ayubowan, Sri Lanka!

Merian Sri Lanka Reiseführer 2021

Der Reiseführer Merian Sri Lanka von Martina Miethig (vollst. überarb., Erst-Autorin Elke Homburg) für Merian, Gräfe und Unzer, München 2021, 224 S., 18 €. Autorin Martina Miethig hat auf Sri Lanka die heiligsten Berge im Pilgerstrom bestiegen und versteckte Höhlenbuddhas besucht, wandelte im Meditationskloster in den Fußstapfen des »Erleuchteten« und nahe Kandy auf den Spuren Hermann Hesses. 30 Jahre hält die Insel sie jetzt schon in ihren Bann.

Sri Lanka hat wie kein anderes Land die Asien-Leidenschaft der Journalistin entfacht. Etwa während einer Reportage-Woche in einem Meditationscenter in den sri-lankischen Bergen.

LESEPROBE I.  (urheberrechtlich geschützt) aus der Einleitung »Mein Sri Lanka«:

»Punkt 4 Uhr 45. Dumpf dröhnen die Schläge von der hölzernen Glocke über die Teeplantagen und reißen gnadenlos jedes Lebewesen aus dem Schlaf. Außerhalb der spartanischen Unterkunft, dem kuti-Holzverschlag, ist es stockduster, kalt und feucht. Die Meditationshalle ist erleuchtet vom Schein drei winziger Kerzen. Sie flackern zu Füßen des Buddhas auf dem Altar und geben dem Erleuchteten ein tatsächlich erleuchtetes Antlitz. Der betörende Geruch von Sandelholz streift meine Nase, während ich wie die anderen Teilnehmer Kissen unter Knie und Pobacken stopfe bis die bequemste Position für die »Vipassana«-Meditation gefunden ist. (…) Meditationslehrerin Myra gab mir damals mit auf den Lebensweg: »Nur wer glücklich mit sich selbst und freundlich zu seiner Umwelt ist, der kann loving kindness entwickeln: die Fähigkeit zur liebevollen Hingabe, Güte und Geduld.« 

LESEPROBE II.  (urheberrechtlich geschützt) aus dem Reiseführer Merian Sri Lanka :

»Ein Himmelsschloss in Polonnaruwa

Wir schreiben das 12. Jahrhundert: Ein Königspalast aus gebrannten Ziegeln und edlen Hölzern erebt sich auf ganzen sieben Etagen. König Parakrama Bahu I. hatte keine Kosten gescheut, um sein Anwesen hoch in den Himmel bauen zu lassen – für alle von Weitem sichtbar, auch für die Reisenden, die chinesischen Seiden-Händler oder anrückende Feinde schon weit vor der antiken Stadtmauer. Man erzählt sich, dass hier angeblich tausend Zimmer die königliche Familie beherbergten, inklusive der 500 Konkubinen neben Königin Lilavati. Nach mehr als 800 Jahren stehen heute in Polonnaruwas archäologischer Altstadt noch immer die imposanten königlichen Mauerreste mit zwei Etagen, vielleicht zehn Meter hoch – was für eine Baukunst zu jenen Zeiten!«

 

Zur Einstimmung gibt es noch Fotos in der Sri Lanka-Foto-Galerie