BERLIN – Dein Insider-Trip

Marco Polo Berlin Dein Insider-TripMarco Polo-Reiseführer: BERLIN – DEIN INSIDER-TRIP!

78 tolle Insidertrips quer durch die Stadt – und noch viel mehr Insidertipps! Besondere Erlebnisse – von entspannt bis rasant
Von Martina Miethig, Mairdumont, Ostfildern 2022 (192 S., 135 Fotos, Stadtpläne, 16,95 €, 18,50 € (A), 23,90 CHF, Erscheinungstermin Juni 2022): 
Für Touris und Zugereiste, für Berliner und Hier-Hängengebliebene. Für Jung und Alt. Radler und Wanderer. Clubgänger und Romantiker. Safari-Liebhaber und Hobby-Fotografen. Nachteulen und Frühaufsteher. Mode- und Schoko-Junkies, U-Bahnfahrer und Co-Piloten.

Die Autorin ist zwar seit mehr als 20 Jahren für Reportagen und Reisebücher in der Welt unterwegs. Doch die wahren Abenteuer erlebt die waschechte Berlinerin zuhause: Die gelernte Journalistin lässt sich im Lustgarten »verkuppeln«, folgt den Spuren James Bonds ins Herz der deutschen Spionageabwehr und landet auch heute noch im heiß geliebten TXL. Wie das alles geht, das verrät sie hier, ebenso ihre Lieblingsbank und wo um Himmels willen ausgerechnet in Berlin die Erleuchtung wartet. . .

 

 

 

LESEPROBE 1 (urheberrechtlich geschützt) aus dem Kapitel DIE KLASSIKER RELOADED:

»Achtung!

Tiefflieger am Alex«

(S. 20)

Der Himmel über Berlin. Was für traumschöne Bilder. Man sieht augenblicklich Wim Wenders´ Engel vor sich: Bruno Ganz als beflügelter Damiel auf der Siegessäule und auf dem Ruinenturm der Gedächtniskirche (natürlich alles Fake und damals im Studio produziert). Wer den Himmel über Berlin tatsächlich und leibhaftig, mit Haut und Haaren und fast engelsgleich erleben will, findet womöglich als Base Flyer die Erfüllung. Wenn dir Bungee-Jumping noch nicht das Adrenalin aus den Adern gepustet hat, wirst du beim Base Flying vielleicht selig: 125 m im freien Fall durch den Himmel am Alex – einzigartig in Europa.

Von hier oben meist gut zu erkennen: Der Alexanderplatz ist alles andere als romantisch. Ein Kriminalitätsschwerpunkt mit eigener Polizeistation – die niedliche Box in der Mitte namens »Alex-Wache«. Ein heißes Pflaster. Fast täglich Demos (gegen alles), Drogen-Dealer (für alles), Draufgänger (aller Nationen). Daher ist es schon aus Sicherheitsgründen gar keine schlechte Idee sich das Ganze nur aus der Engels- oder Vogelperspektive zu betrachten. Aber deswegen gleich vom höchsten Haus am Platze springen, echt jetzt?!

Unter dir 40 Stockwerke: Dein Herz trommelt, die Knie zittern, der Hoodie flattert im Wind. Keine Sorge, »Freefall« ist natürlich ein bisschen marketing-markig übertrieben, auch Schirm und Wingsuit gibt es hier nicht, leider auch keine Engels-Flügel. Du hängst an einer Abseilwinde, und das nur ein paar Sekunden lang. Das Panorama flasht, aber bitte schnell gucken: es geht mit 90 km/h dem Völkerfreundschafts-Brunnen entgegen. Kleiner Wermutstropfen: Deinen Fanclub musst du dir selbst mitbringen, denn du kannst im Himmel über dem Alex noch so laut schreien – die ganzen Ameisen-Typen da unten, die gucken nicht. . .

Base Flying

Park Inn by Radisson Berlin, Alexanderplatz 7, 10178 Berlin-Mitte, base-flying.de, Mai bis Okt.«

 

»Nimm deinen Personalausweis mit,

lass dich vom Sicherheitspersonal scannen

– und schon geht´s los auf einer fantastischen Reise

in eine Science-Fiction-Märchen-Kulisse.«

(S. 60)

LESEPROBE 2 (urheberrechtlich geschützt) aus dem Kapitel DIE KREATIVEN ORTE:

»Von Feen und Walen: Versteckte Architekturschätze

Im Landgericht Berlin in Mitte wünscht man sich fast ein Zivilverfahren an den eigenen Hals, ein ganz kleines nur. Aber Reinschnuppern geht auch ohne Vorladung oder Scheidungstermin: Nimm deinen Personalausweis mit, lass dich vom Sicherheitspersonal scannen – und schon geht´s los auf einer fantastischen Reise in eine Science-Fiction-Märchen-Kulisse. Beim Anblick des 30 m hohen Eingangssaals mit seinem Treppenlabyrinth unter gotischem Sterngewölbe packt wohl alle die Ehrfurcht. Und das, obwohl niemand hier Richter in strengen schwarzen Roben erwartet, sondern viel eher: dahinschwebende Feen in weißem Tütü. Ganz zauberhaft und spiegelgleich schwingen sich die Zwillingswendeltreppen durch die Haupthalle, als wären sie herabplätschernde Kaskaden, pures Rokoko kräuselt sich um alle Geländer und Brüstungen, die Decke wölbt sich über der verspielten Pracht in himmlische Höhen. Die Architekten konnten sich 1894 offenbar nicht entscheiden zwischen Neobarock-Gotik-Jugendstil und ließen es so richtig krachen.

Fast exakt 100 Jahre später machte es ihnen der kanadische Kollege Frank O. Gehry nach und entwarf das mit beschwingtem Glasdach gekrönte Foyer der DZ Bank in Mitte. Der weltberühmte Architekt hält es für nichts Geringeres als sein Meisterwerk. Die äußere Fassade am Pariser Platz lässt allerdings in ihrer, sagen wir mal: Schlichtheit beim besten Willen nicht erahnen, wie sehr sich der Meister im Innern des Finanztempels austoben durfte. Normalsterbliche dürfen nur vom Vor-Foyer das spektakuläre Atrium bestaunen. Der unförmig wabernde Schlund ganz hinten – ein Wal als Plenum?! – verschluckt Bankkunden und Konferenzteilnehmer. Oder auch Besucher auf einer virtuellen 360-Grad-Tour. Chapeau! Oder wie die Berliner sagen: Donnerlittchen.«

 

»Preußens Glanz und Gloria –

eimal ohne Massen,

ganz für dich allein!«

(S. 128)

 
LESEPROBE 3 (urheberrechtlich geschützt) aus dem Kapitel DIE RUHIGEN ECKEN:
Lieblingsbank Berlin an der Loggia Alexandra
Lieblingsbank Berlin an der Loggia Alexandra © Copyright Martina Miethig

»Lieblingsplatz: Ein Teehaus für Charlotte

Eine Fata Morgana? Wer den Böttcherberg im Zehlendorfer Buchen- und Eichenwald besteigt, der traut nach 300 m auf dem Trampelpfad seinen Augen nicht: Drei prächtige Arkaden lugen hinter dem Grün hervor, als hätte sie ein Florentiner Baumeister aus der frühen Renaissance gerade eben hier auf den Berg gesetzt. So muss Liebe auf den ersten Blick aussehen!

Der kleine Teehaus-Pavillon gehört zum Berlin-Potsdamer UNESCO-Weltkulturerbe. Preußens Glanz und Gloria – eimal ohne Massen, ganz für dich allein! Es war Prinz Carl von Preußen, der die Loggia Alexandra 1869/70 zu Ehren seiner Lieblingsschwester Charlotte von Preußen errichten ließ. Eine Belvedere-Aussichtsplattform, ein herrliches Kleinod mit Mosaiken und Fresken, seit der Sanierung hinter Sicherheitsglas: pompejanisch anmutende Wandmalereien mit leuchtenden Farben und ganz zauberhaften Nymphen, vom spätem Sonnenlicht wie mit einem Naturscheinwerfer in Szene gesetzt – und nachts sogar erleuchtet!

Die Parkbank über dem winzigen Tal ist einer der romantischsten Logenplätze Berlins. Wenn an einem sonnigen Herbsttag die Bäume in königlichem Gold leuchten, könnt ihr in Gedanken den Spuren des bewegten Lebens der Charlotte folgen, aka Zaren-Gemahlin und Kaiserin Russlands Alexandra Fjodorowna (aber das ist eine andere Liebes-Geschichte …)

Insider-Tipp: Dorfschönheiten

Das dem Tal zu Füßen liegende (aber verdeckte) Dorf Klein-Glienicke gehört schon zu Potsdam – eine Enklave, die mit ihren beiden originellen UNESCO-»Schweizerhäusern« einen Abstecher wert ist …«

 

Und wer den Massen aus dem Weg gehen will, findet weitere 75 tolle Insidertrips im neuen Marco Polo Berlin – Dein Insider-Trip!

 

Gänzlich menschenleer konnte man übrigens Berlin im Lockdown erleben, guck mal hier