ADAC Reiseführer Berlin

Berlin Reiseführer vom ADAC, Gräfe und Unser Verlag 2019

Der ADAC-Reiseführer Berlin mit Top Tipps: von Martina Miethig (Erst-Autorin: Ulrike Krause), Gräfe und Unzer, München 2019

http://www.adac.de/reisefuehrer

 

 

Die Autorin, Berlinerin von Geburt an, erzählt Geschichten aus ihrer Heimatstadt, von der Graffiti- und Street-art-Szene, von »Rosinenbombern«, Berliner »Öko«-Mode und der legendären Linie 1. Die Berlin-Expertin nennt Top Tipps und Insider-Empfehlungen, Highlights und wichtige Reise-Informationen, außerdem gibt es den praktischen ADAC Quickfinder, Preise und Spar-Tipps für Schnäppchenjäger, Das besondere Hotel, Park- und Verkehrshinweise für Autofahrer und ÖPNV-Fans, Tipps für die Berlin-Reise mit Kindern und detaillierte Stadtpläne und U-Bahn-Karten, auch nützlich für Berliner und Berlinerinnen. Diesen Berlin-Reiseführer gibt es in drei verschiedenen Ausgaben: der blaue Spirallo-Band, der gelbe Reiseführer „plus“ mit Magazinteil und Maxi-Faltkarte sowie die preiswertere Sonderedition in hellblau.

 

Street art:

»Damit wollten die Jungen in Hoodie und Basecap

dem Alten (Ben Wagin) Respekt erweisen.«

 

LESEPROBE  1 (urheberrechtlich geschützt) aus dem Street-art-Exkurs im gelben Berlin-ADAC mit Magazinteil :

»Zweifellos: Der »Weltbaum« ging langsam ein. Seine Farbe verblichen, teils abgeblättert, teils durch schrille Graffiti übersprüht. Die Zeit nagte an dem schreienden Baum, der seit 1975 am S-Bahnhof Tiergarten stand, seine kahlen Äste in den Himmel reckte und zum Stadtbild gehörte wie kein anderer Baum. Und nun sollte er hinter einem siebengeschossigen Neubau sozusagen lebendig begraben werden! Das konnten »Die Dixons« und andere Künstler aus der zehnköpfigen »Berlin Art Bang« im Mai 2018 verhindern: mit Farbeimer, Farbrolle und Spraydose wurde der legendäre Weltbaum von Ben Wagin »umgepflanzt«. Die stadtälteste Wandmalerei gilt sozusagen als die historische Wurzel der Berliner Street art. Das erste Mural Berlins blüht nun in der Lehrter Straße in Moabit weiter. Damit wollten die Jungen in Hoodie und Basecap dem Alten Respekt erweisen.«

 

»Da kiekste wa!

Junkies, Junk-Food,

Dschungelkrieg!«

 

LESEPROBE  2 (urheberrechtlich geschützt) über das Theaterstück und Film »Linie 1« aus dem gelben Berlin-ADAC mit Magazinteil:

»Haste mal `ne Mark?« In der Linie 1, dem meistgespielten Bühnenstück Deutschlands, treten auf: Penner und Punks, Proleten und Propheten. Aber: Hier tanzen die Punks, und die »Kontis«, die BVG-Kontrolleure, die singen! »Da kiekste wa!« Junkies, Junk-Food, »Dschungelkrieg!«. Von der klamaukigen Komödie wechselt das Stück mehrfach in die Tragödie bis zum Happy-End. Leben und Überleben. Klauen, kiffen, kaputtgehen. Hier lebt der Mythos Kreuzberg noch. Es ist ein Stück zum Lachen und Weinen, Träumen und Mitsingen.

Schon zwei Jahre nach der Uraufführung im Grips-Theater wurde die mitreissende Geschichte von der »Wessi-Tussi« und Landei Sunnie im Moloch Berlin 1988 verfilmt. »Verr-rrrücktbleiben!«, auch Kabarettist Dieter Hildebrandt war mit Gastauftritt als schräger Vogel am Bahnsteig dabei. Die Linie 1 gibt es inzwischen als Figurentheater und in zig tausend Schulaufführungen, die Südkoreaner ließen die Linie 1 mit Volldampf durch ihre fernöstliche Ghetto-Szene Seouls brettern. Da fast jede Großstadt ihre eigene traurig-schöne »Linie 1« hat, fuhr die musikalische Revue von Volker Ludwig und Birger Heymann einmal rund um die Welt, in 25 Sprachen, und wurde zum weltweit erfolgreichsten deutschen Musical nach Bertolt Brechts Dreigroschenoper.

Die Linie 1 ist eine volle Dröhnung 80er mit »Vokuhila«, Leggins und Schulterpolster. Und eine Prise Westside Story. Die U-Bahnlinie 1 verlief in den 1980ern zwischen dem bürgerlichen Ruhleben und dem Schlesischen Tor in Kreuzberg. Wer zum berüchtigten Bahnhof Zoo wollte, kam um die grüne Linie nicht herum!«

 

Gänzlich menschenleer konnte man übrigens Berlin im Lockdown erleben, guck mal hier