Bucher Bildband Laos Kambodscha

Laos-KambodschaBucher global Bildband Laos Kambodscha

Martina Miethig (Text), Martin Thomas (Fotos)
Bucher Verlag, München 2001
160 S., 310 Abb., 39,90 DM
ISBN 3-7658-1289-7
www.bruckmann.de

Essays, Reportagen und Fotos aus dem alten Herzen Indochinas.

LESEPROBE 

(urheberrechtlich geschützt) aus dem einleitenden Essay über Laos und Kambodscha:

 »Aus der Tempelhalle dringen die Gebete in gemurmeltem Pali. Kreuz und quer liegen Badelatschen und Sandalen vor der hohen goldenen Schwelle. Zwischen den Wandgemälden mit Szenen aus Buddhas Leben sitzen Frauen, viele mit weißer Kleidung und geschorenen Köpfen, auf den nach hinten verschränkten Beinen. Die Hände vor der Brust gefaltet verharren sie in kerzengerader Anmut. Eine ganze Stunde beten sie schon mit dem Abt. Eine greise Frau klopft sich auf die knöcherne Hüfte, die Nachbarin streicht ihr sanft über die schmerzende Stelle, massiert sie. Aber niemand der Gläubigen käme auf die Idee, dem Bronzebuddha auf dem Altar aus Leiden oder gar Bequemlichkeit die nackten Füße entgegenzustrecken! Über ihm kreist psychedelisch eine grellbunte Spirale als elektronische Lotosblüte — immer wiederkehrend wie die Wiedergeburt — die reinste Hypnose zu dem monotonen Singsang. Die Schwaden der Räucherstäbchen betören mit Sandelholz-Aroma und tragen die Gebetsformeln zu ihrem Lehrer, dem „Erleuchteten“. Immer wieder verbeugen sich die Betenden dreimal, die Hände auf der Bastmatte: einmal für den Buddha, ein zweites Mal für seine Lehre und ein drittes Mal für die Mönchsgemeinde. Nur diesen „drei Juwelen“, den Säulen des Buddhismus gilt ihre Ehrerbietung. Keinem Herrscher sonst, keinem König oder Diktator. Der tief empfundene Buddhismus gibt den Menschen in Laos und Kambodscha offenbar die Kraft und den Trost, das Leiden zu ertragen und schließlich zu überwinden. Nicht immer war es in den Tempeln so friedvoll wie heute.«

REZENSION

Eine Rezension von Stefan Fischer in der Süddeutschen Zeitung (2002)